25
Jan
2007

drei Worte: Kabelkanal, Briefumschlag, Restaurant

Die Maus wusste heut nicht an welcher Ecke der Küche sie rumknabbern sollte.
Jeden Krümmel hatte sie schon gefunden und der Kühlschrank war dooferweise voll verschlossen.
Seit Jahren schon war sie nicht mehr im leckeren Kabelkanal gewesen. Dies wär doch eigentlich ein prima Tag heut dafür, dachte sie sich und schwups... spazierte sie die Kabel entlang.

Da gab es das Telefonkabel, das Herdkabel und den Kabelsalat. Mmmmm... das ist aber umständlich, durch diesen Salat sich jetzt durchknabbern. Nun, warum eigentlich nicht, schliesslich haben diese Kabelsalate einen hohen Gesundheitslevel voller Vitamine, den soll der Käse und die Tapete erstmal erreichen. Also knabber knabber schmatz schmatz... mmmm... fein :-)

Unten im Restaurant ging Martina rasch für kleine Mädchen mal Pipi machen und verlies den Tisch. Peter sass seltsam irritiert da, die Worte von Martina waren heut so karg, das Lachen so grell und ihr Blick so unruhig.
Er schaute auf ihre Handtasche und sah einen Briefumschlag, vorsichtig tippte er ihn mit der Fingerspitze an. Ist dies der geheimnisvolle Brief von dem sie sprach ? Sie sagte vorhin, ein Brief hätte ihr Leben auf wundersame Weise verändert, ja doch, zum Guten gewendet viele Sorgen.

Doch wieso dann diese Anspannung bei ihr ?

Peter grübelte vor sich hin, als die Rauchwolken durchs Lokal zogen. Die Leute sprangen in Panik umher, alle rannten raus, flüchteten eilig vor dem Feuer und den Wolken.

Peter und Martina standen vor den Flammen, überall grosser Alarm und Feuerwehr und Helfer und Kucker.

Mit angekohlten Kleidern standen sie da, konnten gerade noch die nackte Haut mit wenigen Kleiderfetzen retten.

Lange schauten sie in die Flammen.
Dann sprach Martina zum Feuer und zu Peter:
"Wer von euch beiden hat meine Handtasche mit dem Brief?"
Das Feuer war laut knisternd und pfeifend.
Peter war still.

Martina verstand.

Sie legte langsam ihren Arm um seine Schulter, schmiegte sich an ihn und flüsterte an sein Ohr:
"Briefe kommen und gehen, doch du Peter stehst hier neben mir.
Danke.
Jetzt bin ich müde, unendlich müde. Lass uns nach Hause gehen."

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